DESTINY

DESTINY – DatabasE-assiSted Therapy decIsioN support sYstem

NTD und NTC GmbH arbeiten gemeinsam an der Verknüpfung medizinischer, inhaltlicher und patientenorientierter Aspekte, um den Patienten und Ärzten ein ganzheitliches System bieten zu können, welches die Vernetzung und Kommunikation zwischen Arzt und Patient fördert und den Patient auf Augenhöhe mit dem Arzt aktiv in den Behandlungsprozess einbindet (DESTINY®).

Mit DESTINY® können eine signifikante Steigerung und Beschleunigung des Behandlungserfolgs sowie die Verbesserung der Adhärenz und Compliance erzielt werden. Dies kann wiederum zu signifikanten Kostensenkungen führen (Reduktion von Krankenhauseinweisungen, Arztbesuchen und Arbeitsunfähigkeitstagen (AU-Tage), Senkung der Arzneimittelkosten). Zudem werden wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen, die ein besseres Verständnis der Erkrankung und ihrer Auswirkungen ermöglichen. DESTINY® ist darüber hinaus auch auf andere Krankheitsbereiche übertragbar.

DESTINY wurde bereits mehrfach als innovative Plattform für personalisierte Medizin mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet:

  • Deutscher Exzellenzpreis 2018, 1. Platz Kategorie „Gesundheit“
  • Bayerischer Innovationspreis Gesundheitstelematik (BIG) 2018, 1. Platz
  • Stevie Award – International Business Award 2018, 1. Platz “Health & Medical Information Solution”

NTD-Registerdatenbank

Herzstück von DESTINY ist die webbasierte NTD-Registerdatenbank, in die seit dem Jahr 2008 pseudonymisierte Patientendaten u.a. zur Diagnostik, Therapie und Lebensqualität sowie zu Nebenwirkungen und Gründen für einen Therapiewechsel einfließen. Die Datenbank wurde zusammen mit der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelt und 2012 von der Ethikkommission der Bayerischen Landesärztekammer geprüft und positiv votiert. Diese Einschätzung wurde im Jahre 2017 von der Ethikkommission der Ärztekammer Nordrhein erneut bestätigt.

Das datenbankgestützte und seit 2013 webbasierte Register ist ein modulares System, das eine Basisdokumentation und eine Vielzahl von fachspezifischen Modulen (Versorgungsmodul, Registermodul, Studienmodul, Patientenmodul, Administrationsmodul) beinhaltet. Sämtliche erhobenen Daten werden systematisch in jeder teilnehmenden Praxis gewonnen und in der Datenbank gespeichert. Die gesetzlichen Vorgaben des Datenschutzes, insbesondere BDSG und EU-DSGVO, werden durch ein geeignetes Einwilligungs- und Verschlüsselungsverfahren gewährleistet. Versorgungsmodul und Registermodul verfügen über eine einheitliche, krankheitsspezifisch definierte Basisdokumentation, während im Studienmodul zusätzliche Erhebungen für Register-Teilkollektive abgebildet werden. Aus Standardisierungsgründen werden Medikamente nach der jeweils gültigen ATC-Klassifikation sowie die Diagnosen nach der aktuellen Fassung der ICD-10 dokumentiert. Zur Therapieverlaufskontrolle und als Behandlungsunterstützung werden Krankheits- und Behandlungsverlauf patientenbezogen graphisch dargestellt. Im Administrationsmodul werden Systemnutzer, Stammdaten der Praxen, sowie Studien und Metadaten verwaltet. Das Patientenmodul ermöglicht eine aktive Einbindung der Patienten in den Behandlungsprozess durch elektronische Fragebögen.

Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit, Authentizität, Revisionsfähigkeit und Transparenz des Registers werden über angemessene technische und organisatorische Maßnahmen sichergestellt. Zur Datenqualitätskontrolle werden praxisbezogene Protokolle und Querys im Online-Register angezeigt und von den Praxen bearbeitet.

Das Register wird kontinuierlich gepflegt und an die Bedürfnisse der klinischen Praxis angepasst und erweitert. Durch den modularen Aufbau kann das System problemlos auf andere Indikations- und Anwendungsbereiche erweitert werden.

Derzeit sind in der NTD-Registerdatenbank folgende Indikationen verfügbar:

  • Bipolare Störungen
  • Demenz
  • Epilepsie
  • Migräne
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson und Bewegungsstörungen
  • Schizophrenie

Die Erweiterung auf zusätzliche Indikationen aus dem neurologischen und psychiatrischen Bereich ist aufgrund des modularen Aufbaus der Datenbank jederzeit möglich.

PHREND

Mithilfe des prädiktiven Moduls PHREND gelingt es, das individuell am besten geeignete MS-Medikament für den Patienten zu finden und den Krankheitsverlauf unter einer bestimmten Therapie vorherzusagen. Gemeinsam mit einem versierten Team aus Mathematikern und Statistikern der PricewaterhouseCoopers (PwC) AG, Schweiz, wurde ein spezieller Algorithmus entwickelt, der auf Basis der Vergangenheitsdaten in der NTD-Datenbank berechnen kann, wie sich die Krankheit eines bestimmten Patienten unter dem Einfluss verschiedener Therapien aller Voraussicht nach entwickeln wird.

Um eine solche Prognose zu erhalten, gibt der Arzt zunächst einige Daten des Patienten ein, etwa das Geschlecht, das Geburtsdatum mit Monat und Jahr, den Zeitpunkt der MS-Diagnose, die aktuelle Therapie, eventuelle Vortherapien, den aktuellen EDSS-Wert, den Zeitpunkt des letzten Schubs und die Anzahl der Schübe in den vergangenen zwölf Monaten. Anhand dieser Daten erstellt die Software eine Grafik, aus der ersichtlich wird, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Patient in einem definierten Zeitraum von zwei bis vier Jahren unter einem bestimmten Medikament schub- und progressionsfrei bleibt. Arzt und Patient erhalten auf diese Weise eine unabhängige und qualifizierte Zweitmeinung, die sie gemeinsam diskutieren können.

Neben den klinischen Daten werden im Therapieentscheidungsprozess auch individuell für den Patienten wichtige Faktoren und Präferenzen berücksichtigt, u.a.:

  • Schwangerschaft/Kinderwunsch
  • Applikationsart
  • Risiko für Nebenwirkungen (zu erwartende)
  • Häufigkeit der Kontrolluntersuchungen (z.B. Laborkontrollen)

Im Idealfall bleiben so maximal zwei oder drei Therapievorschläge übrig, aus denen Arzt und Patient gemeinsam ein Medikament auswählen können. Zusätzlich hat der Arzt die Möglichkeit, das Ergebnis auszudrucken oder es dem Patienten elektronisch zu übermitteln, sodass dieser es zu Hause noch einmal in Ruhe überdenken kann.

Auf diese Weise wird der Patient stärker und aktiver als bisher in die Behandlung seiner Krankheit mit eingebunden. Das verbessert nicht nur die Beziehung zwischen Arzt und Patient, sondern wird sich auch auf den Erfolg der gewählten Therapie auswirken. Zum einen steigt die Therapietreue. Und zum anderen gilt es als gesichert, dass ein Medikament umso besser wirkt, je überzeugter der Patient, der es einnimmt, von diesem Mittel ist.

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Das wegweisende Konzept von PHREND wurde national und international bereits mehrfach ausgezeichnet:

  • Best of Swiss Web Award 2019: Business Silver
  • Best of Swiss Web Award 2019: Innovation Silver
  • PwC Global Innovation Challenge 2019, 1. Platz
  • PwC Europe Innovation Challenge 2019, 1. Platz

Patientenportal My NTC Health Guide (powered by vitabook)

Ein weiteres wichtiges Modul in DESTINY®, welches substantiell zur Steigerung der Therapietreue beiträgt, ist das Patientenportal „My NTC Health Guide“ (powered by vitabook). Mangelnde Therapietreue ist eine der größten Gefahren für die effektive Durchführung der Behandlung. Studien zur MS-Therapie belegen, dass nur 50 bis 60 Prozent der Erkrankten die verordnete Medikation gemäß der ärztlichen Vorgabe anwenden.

Die Gründe für diese mangelnde Adhärenz sind vielfältig. Sie haben oft mit der persönlichen Lebenssituation des Patienten zu tun. Aber auch die Kommunikation mit dem behandelnden Arzt spielt eine große Rolle. Arzt und Patient sehen sich in der Regel nur zu den geplanten Behandlungsterminen. Wie der Patient in der Zwischenzeit mit seiner Krankheit lebt, bleibt dem Mediziner verschlossen. Dies ist der Ansatzpunkt des Patientenportals „My NTC Health Guide“ (powered by vitabook):

Die Betroffenen können dort unter anderem anhand ihrer Daten den eigenen Krankheitsverlauf grafisch nachverfolgen. Zusätzlich können sie über dieses Portal auch selbst Daten eingeben (z.B. Befunde von ihrem Hausarzt). Jeder Patient erhält damit erstmals den Überblick über seinen gesamten Therapieverlauf. Er hat die gleichen Informationen wie der Arzt und kann wie dieser neue, diagnosebezogene Informationen hinzufügen. Behandlungsergebnisse werden anschaulich in Grafiken dargestellt.

Über die Anwendung ist der Patient auch außerhalb der Sprechstunde in Kontakt mit seinem behandelnden Arzt. Zusätzlich werden neue Entwicklungen, Therapieoptionen und Forschungsergebnisse in kurzen, laienverständlichen Artikeln regelmäßig von einem Redaktionsteam des Ärztenetzwerkes im Patientenportal eingestellt, sodass der Patient kontinuierlich über Neuerungen informiert ist. So wird die Rolle des Patienten maßgeblich gestärkt – weg vom bloßen „Informationsempfänger“ zum „Mitgestalter“.

Seit Etablierung der Indikation Migräne ist ein wesentlicher Baustein das elektronische Kopfschmerztagebuch, welches die eingetragenen Daten bidirektional für Patient und Arzt graphisch in den verschiedenen Dimensionen darstellt.

Ein weiterer zentraler Baustein ist der „Therapiekonfigurator“: Über die Kopplung mit der NTD-Datenbank ist es möglich, dem Patienten passgenaue Informationen zu seiner Erkrankung, einen individuellen Therapieplan sowie Medikationsschema zu übermitteln. Die Einnahme-Zeitpunkte, notwendige Folgeuntersuchungen und Arztbesuche werden so automatisch in das Profil des Patienten übertragen. Auf diese Weise wird die leitliniengerechte Behandlung überprüfbar und nachvollziehbar sichergestellt sowie die Therapietreue des Patienten gefördert. Über die Rückkopplung der Patientenaktivität an den Arzt hat dieser permanente Einsicht in die Einhaltung des Therapieschemas und die Entwicklung des Patienten.

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ELISPOT Biomarker-Test

Der Labortest ELISPOT differenziert, ob ein MS-Patient eher auf eine Interferontherapie oder auf eine Behandlung mit dem Wirkstoff Glatirameracetat (GA) ansprechen wird. Der Test wurde über 2 Jahre in den NTD-Praxen im Rahmen einer Validierungsstudie angewandt. Aktuell werden die Ergebnisse analysiert.

Sollte die Auswertung positive Ergebnisse zeigen, ist geplant, das Testverfahren auf weitere B-Zellen-vermittelte Therapien auszuweiten. Somit wäre ein geeigneter Biomarker gefunden, mit dem bereits vor der Gabe eines Medikaments beurteilt werden kann, auf welche Therapie der Patient am besten ansprechen wird.

Interaktions-Check – powered bei PGXperts®

DESTINY® soll im Laufe dieses Jahres um das Modul „PGXperts® InteraktionsCheck" der HMG Systems Engineering GmbH erweitert werden. Dieses Werkzeug zeigt dem Arzt, ob eine geplante Medikation mit anderen Arzneien, die der Patient einnimmt, in Wechselwirkung tritt. Innerhalb von Sekunden werden Informationen zu Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln, Wirkstoffen, Lebensmitteln und Lebensgewohnheiten sowie genetischen Variationen identifiziert.

Die übersichtliche Darstellung von genetisch bedingten Interaktionsrisiken erlaubt eine schnelle Identifizierung der Patienten, die von einer pharmakogenetischen Untersuchung profitieren könnten.

Eine solche Untersuchung kann im Zuge der Kooperation von HMG Systems Engineering GmbH mit dem Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Bonn durchgeführt werden. PGXperts® InteraktionsCheck unterstützt Ärzte dabei, die Medikation ihrer Patienten präzise, sicher und effizient zu optimieren.

Pharmakovigilanz-Modul

Bei Umstellungen und Abbrüchen von Medikamenten werden in der Datenbank regelhaft die Abbruchgründe sowie unerwünschte Ereignisse standardisiert erfasst. Bis vor Kurzem ist das Pharmakovigilanz-Modul nur in Studien angewandt worden. Seit März 2018 wird es auch routinemäßig im Praxisalltag verwendet. Bei Auftreten von unerwünschten Ereignissen werden diese über einen standardisierten, elektronischen Meldebogen erfasst, der den Vorgaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) folgt. Die Eingaben werden zentral gespeichert, nachverfolgt und elektronisch an die zuständigen Behörden übermittelt. Die standardisierte Erfassung unerwünschter Ereignisse im Praxisalltag ist ein wichtiger Baustein, um Therapien noch sicherer zu machen, Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und Daten aus der ambulanten Versorgung noch valider und aussagekräftiger zu machen.